Klassizismus

Empire

ca. 1790 bis 1830

 

 

Das Empire setzt zur Zeit der französischen Revolution ein und erreicht den Höhepunkt unter dem Kaiserreich Naspoleons. Die Wachsende Vorliebe für antike Formen, die sich schon im Louis XVI bemerkbar gemacht hat, kommt nun vollends zum Durchbruch. Zugleich wird das Bedürfnis rege, den Möbeln eine herrscherliche und prunkhafte Note zu geben, was im Gegensatz zum Louis XVI einen Verlust an Wohnlichkeit bedeutet. Überall an den europäischen Höfen macht sich die kalte und oft nüchterne Pracht dieses Möbelstils breit, der ein wenig von soldatischer Kargheit, aber auch von diktatorischer Anmaßung an sich hat. Ziemlich wahllos wird die Antike kopiert. Einzelheiten der griechischen, römischen und ägyptischen Baukunst werden auf das Möbel übertragen, wie Säulen, Pilaster, Friese, Sphinxe, Greifen, Löwen, Hermen und Ornamentformen, wobei keine Organische Verbindung mit dem eigentlichen Möbelkörper angestrebt wird. Als Begründer dieses Möbelstils gelten die beiden Architekten Ch. Percie und P. Fontaine, die mit ihren Entwürfen für das Möbelhandwerk einen ziemlich unumschränkten, jedoch zeitlich nicht weit wirkenden Einfluß auf die Gestaltung des Möbels nahmen.

In etwas angenehmer und traditionsgebundener Weise wirkte der englische Kunsttischler Duncan Phyfe. Bei allen Gestaltungen hat die geometrisch knappe Form, der geschlossene Körper von wuchtiger kaum gegliederter Bildung, den Vorzug. Betont werden die Symmetrie, sowie das Absetzen von Sockel, Körper und Aufsatz. Das Ornament wirkt aufgeklebt, doch ist bei allem der Sinn für saubere Tischlerarbeit, für Proportion und edle Form nicht verlorengegangen. Wichtige Zentren klassizistischer Möbelkunst sind neben Frankreich Süddeutschland und vor allem Wien, wo ähnlich der englischen Auffassung starke Neigung nach schlanken und anmutigen Formen bestand.

 

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